13.08.2013 09:57
Kategorie: Erbrecht

OLG Schleswig: Notar kann als Zeuge zu dem Inhalt eines Testamentes aussagen

Grundsätzlich muss ein eigenhändig verfasstes Testament als Originalurkunde dem Gericht vorgelegt werden.

Wenn die Originalurkunde nicht mehr auffindbar ist, kann auch durch alle anderen zulässigen Beweismittel bewiesen werden, dass früher einmal im Original ein der Form nach wirksames Testament vorlag.

In einem vom OLG Schleswig entschiedenen Fall konnte nach dem Tod des Erblassers ein Testament nicht gefunden, aber der Beweis dafür, dass ein handschriftliches Testament wirksam errichtet worden war, dadurch geführt werden, dass ein Notar als Zeuge aussagte, dass der Erblasser den Inhalt des Testamtens mit ihm besprochen und dabei die Originalurkunde vorgelegt, aber später wieder mitgenommen hatte. Wenn auf eine derartige Weise zur Überzeugung des Gerichts nachgewiesen ist, dass ein Testament wirksam errichtet worden war, muss jemand, der sich nach dem Tod des Erblassers darauf berufen will, dass dieser das Testament absichtlich vernichtet habe, um es unwirksam zu machen, dies beweisen. Kann er dies nicht, so dass ungeklärt bleibt, warum die Originalurkunde nicht mehr auffindbar ist, gilt gleichwohl der Inhalt des Testaments (OLG Schleswig, Beschluss vom 12. September 2011, Az. 3 Wx 44/10; ebenso OLG Naumburg, Beschluss vom 29. März 2012, Az. 2 Wx 60/11).

 
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