11.01.2021 10:19
Kategorie: Erbrecht

OLG Saarbrücken: Auslegung von aufeinanderfolgenden Testamenten

Das OLG Saarbrücken (Beschluss vom 07.09.2020, Az. 5 W 30/20) führt zur Auslegung aufeinanderfolgender Testamente aus, dass, sofern in dem späteren Testament kein ausdrücklicher Widerruf des früheren Testaments enthalten ist, einzelne frühere Anordnungen nur dann als widerrufen gelten, soweit diese mit zeitlich danach getroffenen Anordnungen in Widerspruch stehen. Auf die Form der letztwilligen Verfügung kommt es dabei nicht an. Ein Widerspruch kann auch dann gegeben sein, wenn die Regelungen zwar inhaltlich vereinbar sind, nach dem Willen des Erblassers jedoch die spätere Verfügung allein und ausschließlich gelten soll. Bei der Auslegung darf weder der älteren noch der jüngeren Verfügung von vornherein mehr Gewicht beigemessen werden.

 
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