07.01.2020 15:58
Kategorie: Wohnungseigentumsrecht

LG Düsseldorf: Ansprüche bei Veränderungen des Bodenbelages

Ursprünglich waren in einer Wohnungseigentumsanlage die Fußböden mit Teppichboden belegt. In einer Wohnung wurde dieser Teppichboden entfernt und ein Fliesenbelag aufgebracht. Daraufhin fühlte sich der Eigentümer der darunterliegenden Wohnung gestört, da dieser nunmehr einen Trittschall wahrnahm.

Das Landgericht Düsseldorf gab in seinem Urteil vom 27. Juni 2019 (Az. 19 S 152/18, NRWE) der Klage des Nachbarn statt. Dabei führt das Landgericht Folgendes aus: 

Nach § 15 Abs. 3 WEG in Verbindung mit § 14 Nr. 1 WEG müssten geeignete Trittschallschutzmaßnahmen ergriffen werden, da nach Aufbringung des Fliesenbelages die Anforderung der DIN 4109 des Jahres 1995 nicht mehr eingehalten würden. Diese seien entscheidend, da das Dachgeschoss, wo der Boden ausgetauscht wurde, erst im Jahre 1995 zu Wohnraum ausgebaut worden sei. Das Haus selbst war lange Zeit davor errichtet worden.

Das LG stellt also nicht auf die Errichtung des Hauses ab, sondern auf den Ausbau des Dachgeschosses. Nach der Rechtsprechung des BGH ist grundsätzlich auf das Jahr der Errichtung des Hauses abzustellen, nur bei Um- und Ausbauten, die in erheblichem Umfang in die Gebäudesubstanz eingreifen, kann auch dem Jahr des Ausbaus Bedeutung zukommen.

 
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